Es geschieht manchmal ganz nebenbei.
Ein heller Streifen am Himmel,
kaum mehr als ein ferner Hauch in der Höhe.
Ein Flugzeug, winzig, lautlos,
zieht seine Linie durch das Blau –
und irgendwo in mir regt sich etwas.
Nicht Neid. Nicht Reiselust.
Auch kein konkreter Wunsch nach Wegsein.
Eher ein Ziehen. Ein Dehnen.
Als würde ein Teil von mir auf etwas antworten,
das so alt ist wie meine Fähigkeit, zu spüren.
Und plötzlich bin ich nicht mehr da,
wo ich eben noch stand.
Nicht wirklich fort –
aber auch nicht mehr ganz hier.
Es ist nicht das Flugzeug.
Es ist, was es in mir berührt:
Die Ahnung von Weite.
Von Möglichkeit.
Von etwas, das größer ist als mein Alltag –
und stiller als jede Erklärung.
Und während es weiterzieht,
bleibt etwas in mir zurück.
Ein leises Staunen.
Eine Demut, die keine Worte braucht.
Eine Erinnerung daran,
dass ich Teil von etwas bin,
das ich nie ganz verstehen werde –
aber manchmal,
für einen Augenblick,
fühlen kann.
Etwas fliegt vorüber –
und hinterlässt ein Echo,
das nicht vergeht.
