Warum ich mich nicht mehr erreicht fühle
Man ist da.
Man ist da.
Und doch fehlt etwas.
Jemand sitzt neben dir.
Nicht nah.
Zwischen euch: ein Platz, ein Schweigen.
Genug Abstand, um nichts sagen zu müssen.
Vielleicht liegt es nicht an der Entfernung.
Sondern daran,
dass keiner mehr hinsieht,
wenn er nicht muss.
Die Gesichter um dich sind ruhig.
Voll.
Leer.
Wie Monitore im Standby-Modus.
Du schaust nicht auf,
aber du fühlst:
Niemand ist wirklich hier.
Man fragt nicht.
Man spricht nicht.
Man fährt.
Und du fragst dich,
wann genau der Moment war,
an dem Nähe ihren Wert verlor.
Denn irgendetwas in dir
will angesprochen werden –
nicht mit Worten,
sondern mit echter Gegenwart.
Du erinnerst dich vage,
dass Nähe früher anders war.
Lebendiger.
Unsicherer.
Echter.
Vielleicht ist das Schlimmste
nicht die Einsamkeit –
sondern das Verstummen
im Beisein von Menschen.