Manchmal bleibt man einfach kurz stehen.
Nicht weil etwas passiert ist.
Sondern weil etwas anders geworden ist,
ohne dass man es benennen könnte.
Es sind diese seltsamen Momente,
die zwischen zwei Gedanken liegen –
aber sich viel größer anfühlen als beides.
Man weiß noch nichts.
Aber etwas hat schon angefangen.
Als hätte das Verstehen längst begonnen,
nur wir selbst sind noch nicht dort angekommen.
Der Körper geht weiter,
aber ein Teil von uns bleibt zurück –
horcht, zögert, hält sich zurück,
weil da etwas ist, das noch nicht gesehen werden will.
Es ist kein Zweifel, der uns aufhält.
Es ist eher ein stilles Wissen,
dass manche Dinge nicht mit Worten zu fassen sind.
Dieser Zwischenraum ist nicht leer.
Er trägt das Gewicht von allem,
was gleich Bedeutung werden könnte.
Wir stehen davor wie vor einer Tür,
die sich nicht öffnen lässt, wenn man klopft –
sondern erst dann, wenn man innehält.
Und in diesem Innehalten
beginnt etwas in uns, sich zu ordnen –
nicht nach Logik,
sondern nach innerer Wahrheit.
Vielleicht geschieht dort das Eigentliche:
Nicht im Verstehen selbst,
sondern im Moment davor,
wo das Herz bereits ahnt,
was der Verstand noch nicht greifen kann.
Es ist kein Raum für Antworten.
Es ist ein Ort für das Echo,
das noch unterwegs ist.
Wer diesen Zwischenraum zulässt,
sucht keine Antworten –
aber wird empfänglicher für das, was sich zeigt.
